Das Grundprinzip aller fertigungstechnischen Umsetzungen des elektrochemischen (EC) Abtragens besteht in dem anodischen Auflösen eines metallischen Werkstücks an dessen Grenzfläche zu einem flüssigen Ionenleiter, dem Elektrolyt, unter dem Einfluss von elektrischem Ladungstransport. Das Abtragprinzip ermöglicht es, metallische Werkstücke unabhängig von deren mechanischer Härte zu bearbeiten. Darüber hinaus erfolgt der Abtrag kraftfrei und bei maximalen Prozesstemperaturen von ca. 80°C. Damit ist im Vergleich zu konkurrierenden trennenden Fertigungsverfahren wie Fräsen, Schleifen, Funkenerosion oder Laserstrahl eine wirtschaftliche Bearbeitung komplexer Geometrien mit schädigungsfreien Oberflächen möglich. Die Auslegung des Bearbeitungsprozesses hinsichtlich der präzisen Abbildung von geometrischen Formen auf Werkstücken erfolgt bei allen Anwendern des EC-Abtragens bisher ausschließlich in Form von empirischen Bemusterungen. Am Ende der Bemusterungsprozesse werden kostenintensive Vorrichtungen realisiert. Diese Vorrichtungen realisieren für den Bearbeitungsprozess eine Vielzahl an elektrischen Funktionen, wie z. B. kathodischer Kontakt,
Kathode, Isolation, anodischer Kontakt, Anode oder Elektrolytführung. Ziel der Projektidee ist es, diese Vielzahl an elektrischen Funktionen durch standardisierte falschfarbliche Markierungen zukünftig visualisieren zu können, damit die Kommunikation z. B. innerbetrieblich, zwischen Kunden und Auftraggebern sowie zwischen Wissenschaft, KMU und Industrie auf einer standardisierten informellen Basis erfolgen kann und zukünftig Ressourcen an hochqualifiziertem Personal eingespart sowie technische Missverständnisse vermieden werden können.